Politik und Gesellschaft

Wir sind Helden vs. BILD

  • Posted on Februar 28, 2011 at 2:43 pm

Hab ich gelacht ! Aber ich will nichts groß sagen, lest selbst:

http://www.wirsindhelden.de/2011/02/warum-ihr-vielleicht-auch-hier-seid/#more-1079

Das Internetende – Abwärts in die Zukunft

  • Posted on Februar 25, 2010 at 1:55 pm

Ja, wer kennt es nicht, das Ende des Internets. In Zeiten, wo der Firefox noch der Netscape Navigator war und man nicht mit Google, sondern Altavista suchte, in diesen Zeiten gab es eine Seite, die meinte, daß dort das Internet zu Ende wäre. Es war natürlich ein Knaller und bald schossen Unweigerlich die Nachahmer aus dem Boden. Ob nun die erste Seite die war, wo jetzt der Domainator bloggt oder doch eine andere, weiß ich jetzt auch nicht mehr. Aber darum soll es auch gar nicht gehen. Es geht um das wirkliche Ende des Internets, das kommt nämlich so schnell wie möglich. So wünscht es sich scheinbar die Bundesregierung. Aber mal der Reihe nach.

Da liest man etwas in Foren herum und plötzlich findet sich dort ein Link zu einem Artikel über Internetzensur. Da dachte ich zuerst es geht um das Stopschild. Aber da täuschte ich mich. Es geht diesmal nicht um die Verfolgung von Sexualstraftaten, sondern schlicht und einfach um Jugendschutz. Man möchte die junge Generation vor den bösen, bösen Seiten im Internet schützen, die einen schlechten Einfluß auf sie haben. Gut, wie erfolgreich solche Aktionen sind, zeigen zum Beispiel die Bereiche des Schutzes der Jugendlichen vor Alkohol und Tabakwaren. Auf gut deutsch, wer rankommen will, kommt ran. Das war schon immer so und das wird auch so bleiben. Wenn man so hört, was sich Jugendliche, die noch nichtmal Mofa fahren dürfen, so von Handy zu Handy schicken (übrigens ganz ohne Internet), dann guckt man unter Umständen dumm aus der Wäsche. Ich hab Sachen gesehen, die sogar mich schockierten und ich war der ersten in meinem Freundeskreis, der ein Cannibal Corpse Shirt hatte !

Aber auch darum geht es nicht. Es geht darum, was unsere liebe Regierung oder dieser Bundesbeauftragte oder wer auch immer diesen Wischverzapft hat damit eigentlich auslöst. Ich will hier auf gar nicht über die Sinnhaftigkeit von Sendezeiten im Internet diskutieren. Vielmehr geht es darum, daß Internetprovider in der Haftung mit dem Anbieter einer Webseite gleichgestellt werden.

Schlüpfen wir einmal in die Rolle eines Anbieters. Wir müssen also sicherstellen, daß keine jugendgefährdenden Webseiten von uns ausgeliefert werden. Die erste Idee wäre eine Blacklist. Dazu sollte man sich vor Augen führen, daß es derzeit etwas über 200 Millionen Domainnamen gibt und Google bereits im Sommer 2008 die Marke von einer Billion indizierter Webseiten geknackt hat. Da Google bei weitem nicht alle Webseiten im Index hält, wird die Anzahl der im Web verfügbaren Dokumente wohl irgendwo im zweistelligen Billionen-Bereich liegen. Es ist also VÖLLIG ausgeschlossen, daß es für eine noch so große Firma möglich wäre, zeitnah alle Dokumente auf Jugendgefährdung zu untersuchen. Allein die Anzahl der sich täglich verändernden Dokumente dürfte im Milliardenbereich liegen, wobei man ja noch lange nicht weiß, welches Dokument sich ändert.

Eine Blacklist ist also nicht die Methode der Wahl. Auch heuristische Methoden bieten nicht dem vom Gesetz geforderten hundertprozentigen Schutz. Ein einfaches Gegenbeispiel ist mein Postfach, daß trotz noch so ausgefeilter heuristischer Methoden immer noch jeden Tag neue Spammails enthält. Die einzig wirklich sinnvolle Methode wäre eine Whitelist. Doch bevor wir darauf eingehen, schlüpfen wir mal in die Haut eines Betreibers einer Adult-Seite (jaja, Porno klingt halt so billig, Adult hat dagegen was geschäftliches :-D )

Wir wollen also eine Adult-Seite machen. Dazu brauchen wir Besucher, die für unsere “Dienste” zahlen, also die die Bilder, Filme oder was auch immer kaufen. Wie kriegt man Besucher ? Zum einen könnte man schauen, daß man beim einem entsprechenden Suchbegriff bei Google weit oben steht, zum anderen bekommt man Besucher, wenn auf anderen Seiten ein Link zu unserer Seite steht, durch den der Surfer dann zu uns kommt. Außerdem sind solche Links auch sehr gut für das Google-Ranking. Wir sehen, also daß Links auf unsere Seite uns in jedem Fall nach vorn bringen. Das Dumme ist nur, die wenigsten verlinken auf Adult-Seiten. Das ist ja auch völlig klar, wer will schon auf seiner privaten oder Firmen-Homepage einen Link zu Schweinkram haben. Also bedienen wir uns eines Trick, der schon vielfach erfolgreich angewendet wurde. Wir erstellen eine Seite über ein beliebtes Thema, am besten eins das auch die Besucher von Adult-Seiten interessiert, zum Beispiel Autos. Ich erstelle einfach eine tolle Seite über Autos und trage mich in Webkataloge ein, schaue daß Blogger auf mich verlinken, setze Links in Foren ab und so weiter. nun warte ich einfach etwas ab, bis die Webmaster, von denen ich die Links habe, die Existenz derselben vergessen haben. Das dauert bei manchen 5 Minuten, bei anderen 3 Tage, wir warten einfach zwei Monate. Jetzt plätten wir die Auto-Seite und setzen unsere Adult-Seite dort hin. Die wenigsten Webmaster werden das überhaupt mitbekommen und so behalten wir 98% der Links. Viola, schon haben wir jede Menge Besucher, die unseren Schweinkram kaufen können.

Doch zurück zu unserem Internetprovider. Er möchte also eine Whitelist-Filterung bauen. Er schaltet einfach alle Webseiten einzeln von Hand frei. Doch plötzlich wird aus der freigeschalteten Auto- eine Adult-Seite. Schon ist er wieder in der Haftung. Der Provider kann eigentlich nur alle die Seiten freischalten, von denen er hundertprozentig sicher sein kann, daß sie nicht nur Tarnung sind. Welche Seiten sind dies ? Das sind zum einen erstmal alle Seiten von Privatpersonen, kleinen Vereinen und kleinen Firmen. Schließlich kann eine Eintragung ins Vereinsregister oder eine Gewerbeanmeldung ja auch nur ein Fake sein. Aus demselben Grunde, werden auch alle kleinen Webshops nicht freigeschalten. Auch alle Foren und Portale dürften der Streichung zum Opfer fallen. Lediglich die großen Konzerne dürften verschont bleiben. Vielleicht werden die größten mittelständigen aufgenommen und regelmäßig geprüft. Dann werden aber auch die Ressourcen des Providers erschöpft sein.

Was sind also die Konsequenzen ? Eigentlich ein Zurückfahren des Internets auf den Informationsgehalt zu BTX-Zeiten. Die komplette Online-Industrie und alle davon abhängigen Software- und Dienstleistungbetriebe werden verschwinden. Es werden mittelfristig Millionen zusätzlicher Arbeitsloser hinzukommen, ein Erfolg, den nichtmal die so oft beschriene Wirtschaftskrise erreicht hat. Diese Novellierung ins nicht mehr und nicht weniger als ein technologisches Zurückbomben der Bundesrepublik in die 80er Jahre. Vielleicht ist da ja politisch gewollt, aber ich halte es nicht für sonderlich sinnvoll. Vielleicht ist es ja besser, ein paar Entscheidungsträger wegzubomben, um für Leute Platz zu machen, die wissen, wovon sie reden. In diesem Sinne, viel Spaß mit den letzten Tagen und Wochen des deutschen Internets. Bald müssen wir nach Holland fahren, um in Coffeeshops online zu gehen.

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