Februar 2010 Archives
Das Internetende – Abwärts in die Zukunft
Ja, wer kennt es nicht, das Ende des Internets. In Zeiten, wo der Firefox noch der Netscape Navigator war und man nicht mit Google, sondern Altavista suchte, in diesen Zeiten gab es eine Seite, die meinte, daß dort das Internet zu Ende wäre. Es war natürlich ein Knaller und bald schossen Unweigerlich die Nachahmer aus dem Boden. Ob nun die erste Seite die war, wo jetzt der Domainator bloggt oder doch eine andere, weiß ich jetzt auch nicht mehr. Aber darum soll es auch gar nicht gehen. Es geht um das wirkliche Ende des Internets, das kommt nämlich so schnell wie möglich. So wünscht es sich scheinbar die Bundesregierung. Aber mal der Reihe nach.
Da liest man etwas in Foren herum und plötzlich findet sich dort ein Link zu einem Artikel über Internetzensur. Da dachte ich zuerst es geht um das Stopschild. Aber da täuschte ich mich. Es geht diesmal nicht um die Verfolgung von Sexualstraftaten, sondern schlicht und einfach um Jugendschutz. Man möchte die junge Generation vor den bösen, bösen Seiten im Internet schützen, die einen schlechten Einfluß auf sie haben. Gut, wie erfolgreich solche Aktionen sind, zeigen zum Beispiel die Bereiche des Schutzes der Jugendlichen vor Alkohol und Tabakwaren. Auf gut deutsch, wer rankommen will, kommt ran. Das war schon immer so und das wird auch so bleiben. Wenn man so hört, was sich Jugendliche, die noch nichtmal Mofa fahren dürfen, so von Handy zu Handy schicken (übrigens ganz ohne Internet), dann guckt man unter Umständen dumm aus der Wäsche. Ich hab Sachen gesehen, die sogar mich schockierten und ich war der ersten in meinem Freundeskreis, der ein Cannibal Corpse Shirt hatte !
Aber auch darum geht es nicht. Es geht darum, was unsere liebe Regierung oder dieser Bundesbeauftragte oder wer auch immer diesen Wischverzapft hat damit eigentlich auslöst. Ich will hier auf gar nicht über die Sinnhaftigkeit von Sendezeiten im Internet diskutieren. Vielmehr geht es darum, daß Internetprovider in der Haftung mit dem Anbieter einer Webseite gleichgestellt werden.
Schlüpfen wir einmal in die Rolle eines Anbieters. Wir müssen also sicherstellen, daß keine jugendgefährdenden Webseiten von uns ausgeliefert werden. Die erste Idee wäre eine Blacklist. Dazu sollte man sich vor Augen führen, daß es derzeit etwas über 200 Millionen Domainnamen gibt und Google bereits im Sommer 2008 die Marke von einer Billion indizierter Webseiten geknackt hat. Da Google bei weitem nicht alle Webseiten im Index hält, wird die Anzahl der im Web verfügbaren Dokumente wohl irgendwo im zweistelligen Billionen-Bereich liegen. Es ist also VÖLLIG ausgeschlossen, daß es für eine noch so große Firma möglich wäre, zeitnah alle Dokumente auf Jugendgefährdung zu untersuchen. Allein die Anzahl der sich täglich verändernden Dokumente dürfte im Milliardenbereich liegen, wobei man ja noch lange nicht weiß, welches Dokument sich ändert.
Eine Blacklist ist also nicht die Methode der Wahl. Auch heuristische Methoden bieten nicht dem vom Gesetz geforderten hundertprozentigen Schutz. Ein einfaches Gegenbeispiel ist mein Postfach, daß trotz noch so ausgefeilter heuristischer Methoden immer noch jeden Tag neue Spammails enthält. Die einzig wirklich sinnvolle Methode wäre eine Whitelist. Doch bevor wir darauf eingehen, schlüpfen wir mal in die Haut eines Betreibers einer Adult-Seite (jaja, Porno klingt halt so billig, Adult hat dagegen was geschäftliches
)
Wir wollen also eine Adult-Seite machen. Dazu brauchen wir Besucher, die für unsere “Dienste” zahlen, also die die Bilder, Filme oder was auch immer kaufen. Wie kriegt man Besucher ? Zum einen könnte man schauen, daß man beim einem entsprechenden Suchbegriff bei Google weit oben steht, zum anderen bekommt man Besucher, wenn auf anderen Seiten ein Link zu unserer Seite steht, durch den der Surfer dann zu uns kommt. Außerdem sind solche Links auch sehr gut für das Google-Ranking. Wir sehen, also daß Links auf unsere Seite uns in jedem Fall nach vorn bringen. Das Dumme ist nur, die wenigsten verlinken auf Adult-Seiten. Das ist ja auch völlig klar, wer will schon auf seiner privaten oder Firmen-Homepage einen Link zu Schweinkram haben. Also bedienen wir uns eines Trick, der schon vielfach erfolgreich angewendet wurde. Wir erstellen eine Seite über ein beliebtes Thema, am besten eins das auch die Besucher von Adult-Seiten interessiert, zum Beispiel Autos. Ich erstelle einfach eine tolle Seite über Autos und trage mich in Webkataloge ein, schaue daß Blogger auf mich verlinken, setze Links in Foren ab und so weiter. nun warte ich einfach etwas ab, bis die Webmaster, von denen ich die Links habe, die Existenz derselben vergessen haben. Das dauert bei manchen 5 Minuten, bei anderen 3 Tage, wir warten einfach zwei Monate. Jetzt plätten wir die Auto-Seite und setzen unsere Adult-Seite dort hin. Die wenigsten Webmaster werden das überhaupt mitbekommen und so behalten wir 98% der Links. Viola, schon haben wir jede Menge Besucher, die unseren Schweinkram kaufen können.
Doch zurück zu unserem Internetprovider. Er möchte also eine Whitelist-Filterung bauen. Er schaltet einfach alle Webseiten einzeln von Hand frei. Doch plötzlich wird aus der freigeschalteten Auto- eine Adult-Seite. Schon ist er wieder in der Haftung. Der Provider kann eigentlich nur alle die Seiten freischalten, von denen er hundertprozentig sicher sein kann, daß sie nicht nur Tarnung sind. Welche Seiten sind dies ? Das sind zum einen erstmal alle Seiten von Privatpersonen, kleinen Vereinen und kleinen Firmen. Schließlich kann eine Eintragung ins Vereinsregister oder eine Gewerbeanmeldung ja auch nur ein Fake sein. Aus demselben Grunde, werden auch alle kleinen Webshops nicht freigeschalten. Auch alle Foren und Portale dürften der Streichung zum Opfer fallen. Lediglich die großen Konzerne dürften verschont bleiben. Vielleicht werden die größten mittelständigen aufgenommen und regelmäßig geprüft. Dann werden aber auch die Ressourcen des Providers erschöpft sein.
Was sind also die Konsequenzen ? Eigentlich ein Zurückfahren des Internets auf den Informationsgehalt zu BTX-Zeiten. Die komplette Online-Industrie und alle davon abhängigen Software- und Dienstleistungbetriebe werden verschwinden. Es werden mittelfristig Millionen zusätzlicher Arbeitsloser hinzukommen, ein Erfolg, den nichtmal die so oft beschriene Wirtschaftskrise erreicht hat. Diese Novellierung ins nicht mehr und nicht weniger als ein technologisches Zurückbomben der Bundesrepublik in die 80er Jahre. Vielleicht ist da ja politisch gewollt, aber ich halte es nicht für sonderlich sinnvoll. Vielleicht ist es ja besser, ein paar Entscheidungsträger wegzubomben, um für Leute Platz zu machen, die wissen, wovon sie reden. In diesem Sinne, viel Spaß mit den letzten Tagen und Wochen des deutschen Internets. Bald müssen wir nach Holland fahren, um in Coffeeshops online zu gehen.
Clann Zu – Five Thousand More
Damit es hier nicht so einsam und verlassen ist, werde ich versuchen (!!!) jede Woche zumindest ein cooles Musik-Video zu posten, damit ihr was zum Ergötzen habt.
Den Anfang macht eine australische Band, die teilweise aus britischen und irischen Musikern besteht. Das Video hab ich damals beim fast vergessenen Musiksender Onyx gesehen, der in seiner Spätphase teilweise sehr coole Mugge brachte. Damals hat es mich vom Hocker gehauen und es ist schade, daß ich die Band zu ihrer aktiven Zeit nie live erleben konnte.
GEMA nicht auffe Nerven !
Ein Post vom 25.6.09:
Alle Veranstalter lieben sie, die GEMA. Eigentlich sind die ja da, daß ein Komponist Geld kriegt, wenn sein Song im Radio läuft oder irgendwer seine Stücke covert. Ist ja ein nobles Ziel. Nur leider kann jeder Musiker oder Veranstalter bestätigen, daß die Tarife der GEMA etwas gewöhnungsbedürftig sein. Spielen bei einem Konzert drei GEMA-freie Bands bezahlt der Veranstalter nichts. Covert eine Band dann einen bekannten Song, will die GEMA nichts prozentuales, sondern gleich die volle Summe. Das führt dann dazu, daß man als Veranstalter durchaus gewillt ist, GEMA-freien Bands, das sind die ohne Plattenvertrag, den Vorzug zu geben. Doch jetzt holt die GEMA zum finalen Schlag aus, 600% Steigerung des Tarifes in den nächsten Jahren. Sie wollen 10% der Brutton-Einnahmen, inkl. Sponsorengelder und Merchandise-Verkäufe. Was sage ich dazu ? Sollen sie doch !
Mal ganz ehrlich, was kann denn besseres passieren ? Die Strukturen der ganzen Eintreibe-Maschinerie sind auf dem Stand der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Die Plattenfirmen verschlafen das digitale Zeitalter und jetzt sollen die Konzertveranstalter bluten ? Das machen sie nicht ! Wer 200 Euro für eine Stones-Karte ausgibt, der zahlt auch 220 Euro. Wer 5 Euro für eine Underground-Band bezahlt, dem ist es egal, ob die in der GEMA sind. Das ist nämlich der Punkt. Wenn GEMA-Mitgliedschaft dann zu einem Wettbewerbsnachteil wird, dann geht da keiner mehr rein. Im Endeffekt ist das sogar positiv, da man als kleine Band eh groß nichts wiederbekommt. Außerdem kann ich dann noch die CD-Preise senken, weil ich darauf ja keine Abgaben habe, ich kann nur nichts mehr covern.
Das soll jetzt nicht heißen, daß ich mich freue, weil die GEMA nichts mehr von den kleinen Konzerten bekommt. Das ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal. Was mich freut ist, daß dann die Fronten geklärt sind. Man muß sich als Musiker und als Veranstalter keinen Kopf über das alles machen, weil die kleinen Bands eh nicht drin sind. Wenn dann die Labels nachziehen und GEMA-frei veröffentlichen, ist man dieses behäbige Gebilde endlich los. Ich sehe da wirklich nichts schlechtes drin, ich gehe eh nicht zu den Stones.
Das düstere Ende der Popstars
Ein Post vom 28.5.09:
“Wir alle hören täglich die Schlagzeilen, wieder ist ein ein Popproduzent in seiner Wohnung verhungert aufgefunden worden. Das ist ein weiterer Todesfall, hervorgerufen durch die Krise der Medienindustrie, die seit dem Konkurs von Universal Music über der Branche liegt. Selbst das Einsetzen der Todesstrafe für Raubkopierer in den USA konnte den Absturz der Plattenfirmen bisher nicht stoppen.”
Sehen so die Nachrichten in zehn Jahren aus ? Wenn man der Lobby der Platten-Majors vertrauen darf, wird dies schon viel eher eintreten. Man nagt am Hungertuch und Schuld sind Pirate Bay und Rapidshare. Ich möchte gar nicht wissen, wieviel Geld für Lobbyarbeit verbraten wurde, damit die letzten Änderungen im Urheberrechtsgesetz durchgeboxt werden konnten. Und alles nur weil da jemand einen Dornröschenschlaf geschlafen hat.
Dabei ist es gar nicht schwer. Coldplay haben voriges Jahr die erste Single für eine Woche kostenlos ins Netz gestellt. Die Folge war, daß sie in Deutschland auf Platz 10 der Charts waren, eine Platzierung die sie bis dahin noch nicht erreicht hatten. In Zeiten von Emule und Bittorrent haben sie in neun Jahren ca. 45 Mio. Alben weltweit verkauft. Pink Floyd haben in Zeiten, wo man noch umständlich auf Kassette kopieren mußte, bisher ca. 200 Mio. Alben verkauft. Coldplay sind also bei Verkäufen pro Jahr etwas besser. Allerdings verkauft sich “The Wall” pro Jahr wohl noch so 1 Mio. mal, also wird sich das wohl ändern, wenn Coldplay mal kein aktuelles Material am Start hat. Allerdings stellt sich da die Frage, wer den heute noch Pink Floyd Alben kauft, ham die kein Internet ?
Ein weiteres Beispiel ist das Album “Ghosts I–IV” von Nine Inch Nails. Dieses gab es in einer kostenlosen 9-Track-Version und in einer kostenpflichtigen 36-Song-Version als Download. Durch eine intelligente Vermarktung der physikalischen CDs war das Album kommerziell sehr erfolgreich, obwohl die 36-Song-Version sehr schnell im Netz auftauchte und das Album stilistisch recht experimentell war. Somit wurde das Nachfolgealbum gleich von Anfang an frei unter einer Creative-Common-Lizenz ins Netz gestellt.
Hier haben ein absoluter Top-Seller und ein Indipendent-Held zum Sammeln geblasen und hatten mehr Erfolg damit als so mancher Zurückgebliebener, der dem analogen Zeitalter hinterherheult. Wie sieht es aber bei kleinen Bands aus ? Das läßt sich ganz einfach mit einem Blick in Live-Clubs beantworten. War es vor zehn Jahren noch nicht so ganz einfach mit nicht-lokalen Underground-Bands Konzerte zu veranstalten, ohne gleich massiv Nasse zu machen, sind die Clubs heute vergleichsweise gut gefüllt. Aber was hat das mit Downloads zu tun ?
Wenn ich lese, daß irgendwo eine Band spielt, dann sauge ich mir halt einfach das Album. Gefällt es mir nicht, gehe ich nicht hin. Aber die meisten gehen eh nicht auf blauen Dunst weg. Aber wenn das Album gefällt, dann kenn ich das Material beim Konzert schon und bin viel positiver eingestellt. Dann nehme ich mir nicht nur das Album, sondern gleich noch ein Shirt mit. Daß Downloads dazu führen, daß die Leute für Musik insgesamt weniger ausgeben, bezweifle ich. Es fließt insgesamt nur mehr in kleine Band und in Merchandise, einfach aus dem Grund, weil Filesharing für eine kleine Band unbezahlbare Werbung darstellt. Es wird viel mehr Geld für Konzerte ausgegeben, wovon die Bands deutlich mehr haben. Auch wissen viele, daß eine Band mehr verdient, wenn man die CD bei ihr kauft. Deshalb laden sich Leute das Album erstmal runter, um später bei einem Konzert die gesamte Diskographie mitzunehmen. Ein Nachteil hat es natürlich, es ist ungleich schwerer irgendwelchen hohlen Schrott unter die Massen zu bringen. So wie das Niveau bei den Major-Produktionen sinkt, so steigt es dankt Myspace und last.fm bei den Indies und Eigenproduktionen. Dank der digitalen Möglichkeiten muß niemand mehr die überteuerten Preise in angeblich professionellen Studios bezahlen. Mittlerweile sind Know How und gute Ohren wichtiger als teure Technik und beides kann auch ein Amateur haben. Das fördert auch den Platz für Innovation, etwas was die Majors auch verpaßt haben, auch wenn sie es gaaanz langsam mitbekommen.
Es ist also nicht so, daß Filesharing böse ist, weil es die Majors und Politiker behaupten. Es ist böse für die Leute die keine Ideen haben und sich auf ihren Lorbeeren ausruhen und weiter in Ruhe Millionen scheffeln wollen. Die Cleveren treiben damit ihre Gewinne nach oben, sei es nun die Garagenband um die Ecke, Bands vom Soulseek-Label oder Giganten wie Coldplay.
Doch eins ist für mich das größte pro. Wie viele Platten sind verschollen, weil es keine Nachpressungen gab und alle Kopien auf dem Müll gelandet oder einfach durch Abnutzung zerstört wurden ? Gerade bei unbekannten Bands wird die Dunkelziffer sehr hoch sein. Aber dank Emule & Co. ist diese Gefahr halbwegs gebannt. Bei einer so hohen Verbreitung wird hoffentlich nichts mehr so einfach verschwinden. Ich erinnere in dieser Hinsicht nur an ein paar geldgierige Hollywood-Firmen, die alte Filmrollen nahmen und wegen den Rohstoffen im zweiten Weltkrieg an die Rüstung verkauften. Dadurch sind viele der abendfüllenden Filme aus den 20er Jahren einfach für immer verloren. So etwas passiert nun hoffentlich nicht mehr, denn nur kann Kunst über Kommerz triumphieren, auch wenn nicht immer alles kostenlos angebotene gleich Kunst sein muß. Manchmal ist es einfach nur so schlecht, daß es keiner kaufen will.
Star Trek XI
Ein Review vom 15.5.09:
So, ich war drin und gebe meinen Senf hinzu. Ich muß dazu sagen, daß ich schon recht negativ eingestellt war, wenn man vorher von echten Trekkies hört, daß der Film gelinde gesagt bedenklich ist. Ich ging also rein und hoffte, daß die positiven Aspekte, die immer wieder erwähnt wurden, dann doch überwiegen. Was soll ich sagen ? Meine Erwartungen wurden deutlich unterboten. Dies ist kein guter Star Trek Film, es ist kein Star Trek Film. Es ist auch kein guter Science-Fiction-Film, es ist höchstens ein durchschnittlicher Hollywood-Action-Film. Hierzu meine Kommentare zu einigen mehr oder weniger großen Aspekten des Films.
1.) Die Schauspieler
Man kann sagen, was man will. Die Leistung der Schauspieler war eigentlich das einzige, was den Film sehenswert macht. Alle haben sichtlich versucht, ihre Rolle zu spielen und es ist ihnen auch gelungen. Es war nichts Grandioses aber im Vergleich zu anderen Star Trek Filmen ganz okay. Man muß aber sagen, daß auch gute Musiker keinen schlechten Song retten können.
2.) James T. Kirk
Von mir aus kann der Verlust des Vaters ihn zum Rowdy hat werden lassen. Aber mal ganz ehrlich, wenn die Zeitlinie so massiv geändert wird, wie wahrscheinlich ist es dann, daß er auch wieder den Kobayashi Maru Test genau so besteht wie früher. Wie wahrscheinlich ist es, daß er als Kadett dem Sachen vorgeworfen wurden, bei denen andere von der Academy fliegen, von Pike quasi als zweiter Offizier des Flottenflaggschiffes (!!!) eingesetzt wird. Hat die Sternenflotte keine Offiziere mehr oder was ? Und warum hat der Commander Spock den Kadetten Kirk nicht von seinem Stuhl gejagt, als er wieder klar im Kopf wurde. Und seit wann wird man vom Kadetten zum Captain befördert ? Von dem grandiosen Zufall, daß der alte Spock genau in der Höhle ist, wo er hin flüchtet reden wir gar nicht, das hätte sich nicht mal George Lucas getraut.
3.) Die Supernova
Plötzlich kommt eine Supernova, die den Planeten verschlingt. Was ist denn das fürn Quark ? Bereits heute kann man Supernovas voraussagen und dann soll das in der Zukunft nicht mehr gehen ? Vor allem fand ich es interessant, daß Romulus nicht evakuiert wurde, immerhin konnte ja Spock noch ein bisschen zwischen Romulus und Vulkan hin und her fliegen. Dann wird der Planet vernichtet und Neros Schiff bleibt ganz, nee is klar.
4.) Die Förderations-Schiffe
Jetzt kommen wir zu einem Punkt, wo ich sehr gespannt war. Es sollte ja dreckige Maschinenräume und so etwas geben. Auf der Kelvin war das ja auch so. Allerdings kann mir keiner erzählen, daß ein Raumschiff im Inneren in 250 Jahren aussieht wie ein Flugzeugträger vor 50 Jahren. Selbst heutzutage sind die meisten See-Schiffe moderner. Das gilt auch für die Werft. Da müssen die was falsch verstanden haben. Wenn ich eine Hommage an TOS machen will, dann muß technisches Gerät aussehen als wenn der Film in den 60er gedreht wurde. Er muß keinesfalls aussehen, wie technisches Gerät in den 60ern aussah. Bei der Szene, wo Kirk mit dem Moped durch ein Industriegelände düste wurde ich an die Leunawerke zu DDR-Zeiten erinnert. Selbst die sind jetzt moderner. Der Maschinenraum der Enterprise war da natürlich moderner. Da war nichts mehr mit Dreck und so. Der sah aus wie früher, bloß das die blinkenden Lampen durch Kessel und Wasserrohre ersetzt wurde. Gott weiß, wozu die gut sind. Wahrscheinlich wird durch den Warpkern eine Dampfturbine angetrieben, die das Warpfeld erzeugt. Einzig die Brücke fand ich wirklich gut. Ein bisschen bunt vielleicht, aber trotzdem sehr real-futuristisch, bis auf das alberne Fenster. Dafür war das Größenverhältnis zwischen der Größe bei Innenaufnahmen und der Szene als die Shuttles in den Hangar flogen sehr albern. Wenn man das auf die Untertasse projiziert, hätte die wohl bloß überschaubare drei Decks.
5.) Die Optik
Ich dachte eigentlich, daß wackelnde Kameras der Vergangenheit angehören. Habe ich da nicht was gehört, der Film soll realistischer sein ? Die Stelle hab ich wohl übersehen. Das ist wirklich wie in TOS, bloß, daß die Schauspieler beim Kamera-Wackler nicht mehr mitwackeln, was dem ganzen dann doch einen sehr starken Look eines Videos von den Vengaboys verleiht. Dann die ganzen Plattformen des Romulaner-Schiffes. Das kannte ich schon, ich weiß nur nicht ob von Episode 5 oder Episode 3. Ein bisschen von Indenpendence Day hatte es auch. Insgesamt war das Romulanerschiff einfach lächerlich, wie ein Tentakel mit Rückstoßantrieb. Außerdem fand ich die Effekte des doch schon einige Jahre alten Star Wars, Episode 3 dann doch deutlich cooler, in dieser Richtung war es auch ein Flop.
6.) Der Rest
Was ich noch gut fand, das waren die Warpsprünge in der stehenden Kamera. Der Überschallknall war zwar albern, aber es sah gut und realistisch aus. Die viel gepriesene Stille im Weltraum gabs gerade mal zweimal, da war das bei Nemesis häufiger. Also ist das auch kein Pluspunkt, sondern eher was Abgekupfertes. Außerdem gibt es Sachen, die TOS widersprechen, trotz der Alternativlinie. Zum einen die komischen blauen Uniformen, die es ja offensichtlich schon vor der Änderung der Zeitlinie gab und dann der deutlich größere Altersunterschied zwischen Kirk und Pike. Hier wollte man wohl auf Krampf was Altes rein bringen, obwohl man hier durchaus hätte begründen können, daß Pike wegen dem Kelvin-Zwischenfall irgendein anderes Schiff bekommen hätte.
7.) Der allerletzte Rest
Es bleibt nur ein positiver Aspekt offen. Da man wahrscheinlich mangels weiterer total blöder Ideen nicht erklären konnte, wieso Scotty Chefingenieur wird, hat man es gar nicht getan und Scotty war es plötzlich. Hätte man den ganzen Film so machen können, dann wäre er vielleicht glaubhafter geworden. Achso, warum hat eigentlich der Tod von Kirks Vater Scottys Karriere beeinflusst ?
Als Fazit bleibt nur eins festzustellen. Star Trek XI ist ein Film mit Star Trek Charakteren, Star Wars Look und Starship Troopers Plot. Wenn er nicht Star Trek drauf stehen würde, würde er die ersten drei Wochen in den Kinos nicht überleben. Ich kann als Star Trek und Star Wars Fan nur sagen, daß der Film unter meiner Würde ist und alles mit Füßen tritt, was Roddenberry als Essenz der Serie angesehen hat und was Berman, Piller, Braga, Taylor, Behr und die vielen anderen in seinem Sinne weiterentwickelt haben, anspruchsvolle Science Fiction mit einer ausgewogenen Mischung aus Philosophie, Humanismus und Action. Sämtliche Progressivität ist hier verloren gegangen, der Film ist ein altbackenes und innovationsloses Stück Hollywood-Kino. Das ist eindeutig kein Star Trek und wenn das die neue Richtung sein soll, hoffe ich, daß die nächsten Filme nicht erfolgreich sind. Lieber kein Star Trek mehr als diese. In der Star Trek Gemeinschaft ist kein Platz für Leute wie Abrams und Lindelof, die bisher nur banale, innovationslose Abkupfer-Serien und -Filme zustande gebracht haben. Zum Glück mußten weder Gene Roddenberry noch seine Frau diesen Film miterleben.
Ein neuer Anfang
Da ich gefragt wurde, wann ich mal wieder blogge und aus gegebenem Anlaß hier ein niegelnagelneuer Blog auf einer neuen Domain. Zuerst werde ich erst einmal meine alten Artikel online stellen, quasi als Nachruf an den alten Blog. Es sind ja ganze drei…