Der eigene Media-Streaming-Server in 10 Minuten
Ab einem gewissen Bestand von CDs möchte man einfach nicht mehr CD-Wechsler spielen, sondern rippt einfach seine Sammlung auf die Festplatte und spielt die mp3s bequem ab. Die Vorteile liegen auf der Hand. Diese Vorteile möchte man natürlich auch auf Arbeit haben und so hab ich einfach Winamp Remote genutzt. Leider ist der Service sehr instabil und in mehr als der Hälfte aller Fälle ist der Remote Server zu Hause schon abgestürzt, bevor man auf Arbeit den Rechner angeschaltet hat. Also suchte ich nach einer Alternative. Etwas Recherche brachte dann aber eine einfache wie wirkungsvolle Methode. Dazu braucht man lediglich einen DynDNS-Zugang und den kostenlosen Apache-Webserver.
Zuerst legt man sich bei DynDNS.com einen Zugang zu. Man erstellt eine einfache Subdomain und installiert dann den DynDNS Updater und gibt seine Daten ein. Somit zeigt dann schon mal http://lommels-streaming-server.dyndns.com auf den eigenen Rechner zu Hause. Dann nimmt man einen TCP Port, den man nicht benutzt, z.B. 212 oder 1219 oder ab 49152. Welche frei sind sieht man wohl am einfachsten in der Portfreigabe der Firewall. Standartports wie 80 und 8080 sollte man nicht nutzen, denn ein ungewöhnlicher Port schützt auch vor ungebetenen Besuchern (und Skype verträgt sich nicht mit einem Apache auf Port 80). Deshalb sollte man die URL samt Port auch nicht weitergeben oder sogar irgendwo posten.
Jetzt installiert man den Apache Webserver am besten in Version 2.2. Nach der Installation gibts im Programmmenü auch einen Link zum editieren der httpd.conf-Datei. Dort setzt man die Zahl hinter Listen auf den selbstgewählten Port und paßt den Servername an:
Listen 212 ServerName lommels-streaming-server.dyndns.com:212
und hinter DocumentRoot kommt das mp3-Verzeichnis, am besten in Anführungsstriche. Dann sucht man noch eine Zeile, die mit “<Directory …>” anfängt. Dort muß auch nochtmal das mp3-Verzeichnis beim … hin und man schreibt noch “Options +Indexes” zwischen “<Directory” und “</Directory>”. Steht das “Options” schon da, hängt man “+Indexes” einfach hinten dran:
DocumentRoot "D:/pfad/zu/mp3/" <Directory "D:/pfad/zu/mp3/"> AllowOverride None Order allow,deny Allow from all AuthType Basic AuthName "Administrationsbereich" AuthUserFile D:/pfad/zu/.htpasswd require valid-user </Directory>
Der Kenner sieht natürlich gleich, daß hier auch noch ein Passwort-File gesetzt wurde. Dazu hangelt man sich in der Eingabeaufforderung bis zum bin-Vereichnis der Apache-Installation und gibt dort folgendes ein:
htpasswd -c .htpasswd lommel
Dann gibt man natürlich anstatt lommel seinen gewünschten Usernamen und anschließend das Passwort ein. Dann kopiert man die .htpasswd in ein Verzeichnis, das nicht der DocumentRoot ist und pappt den Link in die httpd.conf-Datei. Wenn man alles richtig gemacht hat, läßt sich der Apache mittels dem Apache Monitor Tool neu starten und man sieht z.B. unter http://lommel:password@lommels-streaming-server.dyndns.com:212 sein mp3-Verzeichnis.
Jetzt muß man bloß noch eine Playlist erstellen. Dazu navigiert man mit dem Browser durch sein Verzeichnis und kopiert die Links zu den abzuspielenden mp3s in eine Text-Datei untereinander. Wenn man fertig ist, macht man aus der txt-Endung der Datei eine .m3u-Endung und schon kann der Winamp alles abspielen.
Es ist also alles relativ einfach und per PHP könnte man eine einfache GUI bauen. Aber das Firefox-Plugin Copy Links funktioniert auch ganz gut. Außerdem funktioniert das ganze höchstwahrscheinlich auch mit Videos super. Somit kann man seine peinlichen Urlaubsvideos bei Freunden zum besten geben, ohne sie dort auf die Platte ablegen zu müssen.
Wir sind Helden vs. BILD
Hab ich gelacht ! Aber ich will nichts groß sagen, lest selbst:
http://www.wirsindhelden.de/2011/02/warum-ihr-vielleicht-auch-hier-seid/#more-1079
Datenkraken lauern vor Caracas
Ha ! Mal wieder eine schöne reißerische Überschrift. Aber irgendwie erinnern mich die Debatten über Datensicherheit, soziale Netzwerke (ja, es gibt einen deutschen Begriff dafür), IP-Adressen und Kameraautos an diesen Film. Wer ihn nicht kennt, der Film (Bestien lauern vor Caracas) liegt irgendwo zwischen dem weißen Hai, Käptn Nemo und Gayniggers From Outer Space, quasi ein nicht-gruseliger Horrorfilm mit enormen Witzpotential aufgrund des thrashigen Inhalts und der grottigen Darstellung desselben.
Fangen wir also mal an, das ganze Thema polemisch und publikumswirksam auseinanderzunehmen. Da ist zum einen die Ursel. Da braucht man nicht sonderlich viel zu schreiben, alles ist hinlänglich bekannt und über das Stopschild habe ich sogar schon geblogt. Aber wir haben ja auch noch andere Leute, zum Beispiel unsere Justizministerin, Frau Läutkreuser-Schnakenburger oder so ähnlich. Für diese Dame ist personalisierte Werbung etwas gaaaanz furchtbares. Es gibt wohl nichts schlimmeres als wenn eine Firma in Internet Werbung an die Leute ausgibt, die es auch noch interessieren könnte ! Furchtbar ! Es ist mir auch schon oft passiert, daß mir Werbung ausgeliefert wurde, die mich wirklich interessierte und die mich zum kaufen animierte. Ihr glaub gar nicht, wie viele U-Boote bei mir im Garten stehen ! Es ist schon schlimm, daß skrupellose Firmen auf diese Weise versuchen, armen Bundesbürgern das sauer verdiente Geld aus der Tasche zu ziehen. Und die Pointe ? Die Frau ist in der FDP. Aber ich weiß ja jetzt bescheid und sollte es der Bäcker um die Ecke nochmal wagen zu sagen “Sie mögen doch Bienenstich, ich habe wieder welchen gebacken.” dann lasse ich ihn Abmahnen. Denn um genau diesen Fall geht es.
Es geht also um die alles entscheidende Frage nach unseren Daten, unseren persönlichen Daten, die jeder zu Hause sicher im Tresor hortet. Oder macht er das etwa nicht ? Das ist nämlich genau der Punkt. Seit der Facebook-Debatte boomt das Portal wie nie, seit zwei Monaten scheint sich die Nutzerzahl in Deutschland gefühlt um mehrere hundert Prozent gesteigert zu haben. Da stellen die Leute ihre Daten rein und wundern sich, wenn die irgendwer benutzt. Hallo ? Zum einen sind sie da selber Schuld, zum anderen stellt sich aber die Frage: Na und ? Was ist schlimm daran, wenn ich personalisierte Werbung bekomme ? Werbeagenturen sind im Vergleich zu so manchem selbsternannten Freiheitskämpfer gar nicht so doof. Werbung ist keine Hypnose, Werbung soll informieren und anregen. Wenn mir keine Milka schmeckt, dann kann mir die Firma so viele lila Kühe um die Ohren hauen, wie sie mag. Ich werde keine Milka kaufen. Wenn ein leicht beeinflußbarer Teenager sich eine Jacke von H&M kauft, dann nicht weil die Werbung vor Marienhof lief, sondern weil Katy Perry dort letztens in Berlin gesichtet wurde. Die einzigen, die durch Werbung direkt beeinflußbar sind, sind Vorschulkinder. Aber bei denen haben die Eltern das Geld und wenn die Eltern clever sind, schalten sie eh Kika und nicht Super RTL ein.
Also ist Werbung nicht böse ? Nicht jede Werbung. Nervige Flash-Popups, die rumtröten, wenn man ein IT-Forum aufmacht kann man getrost auf den Mond schießen. Aber das ist ja nicht personalisiert, sondern funktioniert analog dem Jagen mit der Schrotflinte: Einfach draufhalten, irgendwas trifft man schon. Clevere Werbung aber zeigt mir das, was ICH will. Zum Beispiel gibts das sogenannte Retargeting. Man legt sich im Quelle-Shop einen Pulli in den Warenkorb und wird dann regelmäßig mit Pulli-Angeboten von Quelle bombardiert. Schlimm, oder ? Aber wenn ich den nicht will und statt dessen den schöneren Pulli bei Otto gekauft hab, kann mir die Werbung gestohlen bleiben. Wenn ich aber nur deshalb nicht gekauft habe, weil plötzlich meine Schwiegermutter anrief und ich es deshalb vergaß, bin ich vielleicht jetzt froh über diese Erinnerung und kaufe gleich. Genau so funktioniert das nämlich. Wenn mich Amazon-Werbung bombardiert, klicke ich da eh nur, wenn es mich interessiert. Gut, vielleicht kauf ich mir dann ein Buch und habe dann kein Geld mehr für die neue Bon Jovi-CD, aber die hätten ja auch werben können. Im Endeffekt entscheidet jeder am Schluß doch selber, personalisierte Werbung ist nichts mehr wie der Tip eines Freundes oder der Bäcker, der weiß was seine Kunden mögen.
Etwas anderes ist viel interessanter. Die Mehrheit aller Personalchefs guckt sich die Facebook-, meinvz-, myspace- und andere Seiten von Bewerbern an. Auch Google bringt teilweise interessante Ergebnisse, von Personensuchmaschinen ganz zu schweigen. Schonmal überlegt, was passiert wenn man achtlos Bilder von sich veröffentlicht, wo man besoffen an ein Polizeiauto pinkelt ? Noch schlimmer, wenn das jemand anderes veröffentlicht. Da regt sich Sarah Connor über ein Nacktbild auf einem gestohlenen Laptop auf. Mein Gott, dann soll sie ihre Möpse halt nicht in die Kamera halten, oder ? Das ist aber nun nicht ganz so einfach. Ich weiß nicht wie die Millionen privater Nacktfotos ins Netz kommen, aber sicherlich nicht alle durch Eigeninitiative der dargestellten Person oder durch gestohlene Laptos. Auch durch den verletzten Ex-Freund, den Nachbar, der das ungesicherte WLAN entdeckt hat wäre es möglich. Meine (rein persönliche und nicht belegte) Vermutung ist es aber, daß ein nicht geringer Teil auch durch Viren möglich wäre. Ein Virus könnte sich festsetzen und auf dem Rechner gezielt nach Fotos suchen. Diese werden dann im Hintergrund an einen Server geschickt und dort automatisch ausgewertet. Somit hat man eine vorsortierte Datenbank von peinlichen oder Nacktfotos, die man auf entsprechenden Portalen verscherbeln kann. Für jemand, der sich mit Viren und Bildanalyse auskennt und keine Skrupel hat wäre das eine schnelle Geldquelle. Es ist also eben grade nicht so, daß man die Kontrolle hat. Im kleinen Bereich kennt man das aus den vergangenen Jahren noch mit ungebetenen Anrufen, wenn man in Telefonbuch steht.
Aber was macht man denn nun ? Mark Zuckerberg meinte mal, für ihn ist Privatsphäre ein Auslaufmodell. Damit hat er wahrscheinlich den Nagel auf den Kopf getroffen. Das Konzept der Privatsphäre existiert ja im engeren Sinne noch gar nicht so lange. Privatsphäre war für den normalen Menschen ja erst durch bessere medizinische Versorgung und die entstandenen Sozialsysteme und die damit zusammenhängende fehlende Notwendigkeit für das bilden von zusammenhockenden Großfamilien möglich geworden. Die Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten trieb das weiter und nun geht es halt wieder etwas zurück. Aber wer halt nicht nackt am FKK-Strand rumhängt und seine Privatbilder auch auf dem Rechner gesichert speichert, der hat weiter seine Ruhe. Und doch wird das vielleicht irgendwann alles viel lockerer gesehen werden. Denn wenn der Personalchef selber fürchten muß, daß peinliche Bilder bei Facebook eingestellt werden, dann wird er das bei Bewerbern weniger wichten. Wenn jeder zweite Deutsche irgendwo nackich im Netz ist, wird sich auch Sarah Connor weniger aufregen. Die ganze Geschichte mit den Datenkraken wird dann irgendwann genau die Bedeutung haben, die sie auch wirklich verdient: eine geringe.
Infected Mushroom – Becoming Insane
Ab gehts nach Israel. Hier ist eine der absolut besten Bands im ganzen Techno/Trance-Sektor zugange. Infected Mushroom haben sich schon länger von den engen Grenzen des Goa befreit und machen mittlerweile eine sehr abwechslungsreiche Musik. Leider wurde auch hier wieder für das Video der Song arg verstümmelt.
http://www.youtube.com/watch?v=SLcBI3JUKZ4">John Cage – 4’33”
Dieses Meisterwerk der modernen Musikgeschichte sollte man natürlich kennen. Wer diese epochale Werk noch nicht gehört hat, dem präsentiere ich hier den Text in voller Länge. Die musikalische Umrahmung ist ähnlich ergeifend.
Ich hoffe, ich habe mich nicht vertippt.
Armin Van Buuren – This World Is Watching Me
Armin van Buuren beweist, daß auch aus den Niederlanden gute Musik kommen kann. Natürlich werden das Metalheads jetzt VÖLLIG anders sehen. Mir aber völlig Brille. Einzig der Edit des Songs für das Video nervt.


